<h3>Moser: „Inklusive Angebote haben positiven Einfluss auf alle Kinder“</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Im Zuge der laufenden Kindergartenreform fordern Österreichs große Sozialorganisationen eine stärkere Verankerung von Inklusion und Sozialarbeit in der Elementarpädagogik. Inklusion, soziale Unterstützung und frühe Förderung müssten zusammen adressiert werden, um Bildungsgerechtigkeit von Anfang an zu stärken, so die Diakonie und die Caritas.</p>
<p>Die Diakonie unterstreicht anlässlich des Tags der Elementarpädagogik am 24. Jänner, dass Inklusion ein zentrales Element aller geplanten Kindergartenreformen werden müsse. Bundesminister Christoph Wiederkehr hatte sich im Rahmen der Reformpartnerschaft für bundesweit einheitliche Standards im Kindergarten ausgesprochen. Zwar begrüßt die Diakonie dieses Vorhaben, warnt jedoch davor, Kinder mit Behinderungen dabei erneut zu übersehen.</p>
<p>Es müsse die Politik interessieren, dass etwa in Wien mehr als 1.000 Kinder mit Behinderungen auf einen Kindergartenplatz warten, Kinder mit Behinderungen vom letzten verpflichtenden Kindergartenjahr ausgeschlossen werden und Eltern – vorwiegend Mütter – immer wieder zu Hause bleiben müssen, weil ihr Kind keinen entsprechenden Platz bekomme, betont Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser und fügt hinzu: „Schließlich handelt es sich um die erste Bildungseinrichtung und Österreich hat sich 2017 bei der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention dazu verpflichtet, dass jedes Kind einen Anspruch auf Bildung hat.“ Österreich hinke bei dieser Umsetzung jedoch besonders stark im Bereich der inklusiven Bildung hinterher, kritisiert Moser.</p>
<p>„Inklusive frühkindliche Einrichtungen, die oft die ersten Orte sind, an denen junge Kinder Unterschiedlichkeit erleben und darüber lernen, bieten Möglichkeiten zur Teilhabe und Interaktion in sozial vielfältigen Gruppen. Inklusive Angebote der frühkindlichen Betreuung und Bildung haben einen positiven Einfluss auf alle Kinder“, hebt die Diakonie in ihrer aktuellen Aussendung mit Bezug auf einen Bericht der UNESCO hervor. „Inklusive Bildung ist gute Bildung – und zwar für alle Kinder, mit und ohne Behinderung“, bekräftigt Moser.<br />
Die derzeit sehr unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern, die lückenhafte Datenlage zur inklusiven Elementarpädagogik und die unzureichende Erforschung inklusiver Settings im Kindergarten zeigen der Diakonie zufolge, dass das Thema „massiv unterbeleuchtet“ sei.</p>
<p>Die evangelische Hilfsorganisation fordert daher eine systematische und transparente Verbesserung der Datenlage zu Kindern mit Behinderungen in elementarpädagogischen Einrichtungen sowie die zentrale Berücksichtigung von Inklusion bei der Ausarbeitung bundesweit einheitlicher Kindergartenstandards. Zudem fordert die Diakonie den gezielten Ausbau von Kindergartenplätzen für Kinder mit Behinderungen in inklusiven Gruppen, ausgestattet mit den dafür notwendigen Ressourcen. „Nur wenn Inklusion im Kindergarten vom Ausnahmefall zur selbstverständlichen Realität wird, kann Österreich seinem Bildungsauftrag gegenüber allen Kindern gerecht werden“, so die Diakonie.</p>