<h3>Zentraler Gottesdienst des ÖRKÖ in altkatholischer Kirche St. Salvator</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Im Zeichen eines „leidenschaftlichen Plädoyers für die Ökumene“ stand am Dienstagabend, 20. Jänner, in Wien der offizielle Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen (18. bis 25.1.). Der Gottesdienst fand in der altkatholischen Salvatorkirche im Ersten Bezirk statt. Der armenisch-apostolische Bischof und ÖRKÖ-Vorsitzende Tiran Petrosyan konnte zum Gottesdienst zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Kirchen begrüßen. Der griechisch-orthodoxe Archimandrit Ilias Papadopoulos betonte in seiner Predigt, dass die Welt angesichts der zahlreichen Krisen umso mehr das gemeinsame Zeugnis der Christen brauche.</p>
<p>Mit Petrosyan und Papadopoulos feierten den Gottesdienst der designierte Wiener römisch-katholische Erzbischof Josef Grünwidl, die evangelische Oberkirchenrätin und stellvertretende ÖRKÖ-Vorsitzende Ingrid Bachler, die altkatholische Bischöfin Maria Kubin, der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin und der orthodoxe Pfarrer und Theologe Ioan Moga – weiters auch der serbisch-orthodoxe Erzpriester Slavisa Bozic, Reverend Patrick Curran von der Anglikanischen Kirche, Pastor David Bunce von den Baptisten und Yves Becker von der Neuapostolischen Kirche. Gastgeberin war die altkatholische Vikarin Dorothee Hahn.</p>
<h3>Für eine „Ökumene der Neugier“</h3>
<p>Archimandrit Papadopoulos zeigte sich in seiner Predigt dankbar dafür, dass die Zeit der Konfrontation zwischen den Kirchen weitgehend überwunden sei. Vieles, was noch vor einigen Jahrzehnten an Zusammenarbeit undenkbar war, sei heute selbstverständlich. Freilich sei so manches auch noch nicht möglich, was aber nicht zu Frustration führen dürfe. Vielmehr brauche es noch mehr Offenheit für „ökumenische Überraschungen“ bzw. eine „Ökumene der Neugier“, sagte der Archimandrit. Dankbar gelte es, die Schätze in den anderen Kirchen wahrzunehmen. Dabei betonte der Geistliche, dass es nicht auf die zahlenmäßige Größe einer Kirche ankomme.</p>
<p>Papadopoulos verwies u.a. auch auf die jüngste Weihnachtsbotschaft des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios. Darin bezeichnet der Patriarch eine Haltung der Gleichgültigkeit angesichts der Spaltung der Christenheit als „unzulässig“, insbesondere wenn sie mit Fundamentalismus und der Ablehnung des innerchristlichen Dialogs einhergeht.</p>
<h3>Gebet für Christen in Armenien</h3>
<p>Die Unterlagen für die Gebetswoche wurden dieses Mal von Gläubigen der Armenisch-apostolischen, Armenisch-katholischen und der Evangelischen Kirche in Armenien erstellt. Der armenische Hintergrund ist umso brisanter, als derzeit ein Machtkampf zwischen der Armenisch-apostolischen Kirche und der armenischen Regierung tobt. Einige Bischöfe und weitere Geistliche sitzen in Haft, die Regierung fordert die Absetzung des Kirchenoberhaupts Katholikos Karekin II. Der Katholikos und Ministerpräsident Nikol Paschinjan werfen sich gegenseitig Landesverrat vor.</p>
<p>Bischof Petrosyan ging eingangs des Gottesdienstes auf die jahrhundertealten spirituellen und liturgischen Traditionen der armenischen Kirche ein. Und er fügte hinzu: „Unser Volk weiß: Christus verlässt seine Kirche nicht.“</p>
<p>Infos: <a href="http://www.oekumene.at">www.oekumene.at</a></p>
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